Ich habe Kristina Sehr, die ihr in der letzten Podcastfolge schon kennenlernen durftet, gleich noch einmal zu Gast! In dieser Folge knüpfen wir nämlich an das Hauptgeschäft von Kristina an: das Storytelling. Was genau es damit auf sich hat, warum es funktioniert und prädestiniert für das Marketing in unserer emotionalen Pferdebranche ist, erfährst du direkt hier. 

Wenn du mehr über Kristina erfahren willst, schau gern auf ihrer Homepage oder auf ihrem Instagram-Account vorbei.

Storytelling in der Pferdebranche

Hast du schon einmal vom Storytelling in der Pferdebranche gehört? Wahrscheinlich nicht, denn tatsächlich hat es das Storytelling zumindest noch nicht in den alltäglichen Sprachegebrauch geschafft. Dabei verfolgt es uns jetzt schon an vielen Orten. Vielleicht bist du sogar schon ein Storyteller, ohne es zu wissen? Ich spreche mit Kristina Sehr in dieser Folge einmal ausführlich über das Storytelling in der Pferdebranche. Wir schauen uns an, an welchen Stellen Storytelling Sinn macht und warum es so gut funktioniert.

Was ist Storytelling eigentlich?

Storytelling lässt sich eigentlich eins zu eins vom Englischen in das Deutsche übersetzen: Geschichtenerzählen. Insbesondere im Marketing hat sich dieser Begriff in den letzten Jahren etabliert und beschreibt die Technik, sich selbst und sein Angebot in Form einer Geschichte zu erzählen und zu vermitteln. Studien haben gezeigt, dass das menschliche Gehirn Geschichten besser als pure Daten und Fakten (zum Beispiel Zahlen) verarbeiten und verinnerlichen kann. Du selbst kennst diesen Effekt sicher auch und hast bestimmt schon einmal von der Methode aus dem Gedächtnistraining gehört, sich selbst kleine Geschichten auszudenken, um sich bestimmte Zahlen- oder Buchstabenfolgen zu merken. Geschichten merken sich einfach wesentlich besser und können sehr einfach eine emotionale Ebene ansprechen. Das Storytelling ist dabei schon lange in der großen Werbebranche angekommen und wird dort auch erfolgreich umgesetzt. Du kennst sicher auch die legendären Budweiser-Werbespots, die schon lange nichts mehr mit dem Produkt an sich zu tun haben sondern emotionale Geschichten erzählen und damit begeistern.

So kannst du Storytelling auf deinen Social-Media Kanälen nutzen

Viele Dienstleister in der Pferdebranche haben kein Problem damit, eine Geschichte zu finden, die erzählenswert wäre. Hinter jedem Pferd und jedem Stall steht oft nicht nur eine Geschichte und eigentlich gibt es kaum eine dankbarere Branche, als den emotionalen Reit- und Pferdesport, um gutes Storytelling zu betreiben. Viel größer ist das Problem, mit dieser tatsächlich in die Öffentlichkeit zu treten und sich selbst sichtbar zu machen. In den Stories von Instagram und Shorts von YouTubes tummeln sich viele erfolgreiche Influencer, die das Storytelling gut beherrschen und bei denen du dir sicher Inspiration holen kannst. Du kannst die Leute in ihrem Alltag begleiten, verschiedenen Handlungssträngen beiwohnen und im Idealfall baut sich dadurch eine Welt für dich auf, in der du dich wohlfühlst. In der du das Gefühl hast, dass ihr irgendwie Freunde seid, dass man sich kennt und deshalb immer wieder zurückkehrst, um auf dem Laufenden zu bleiben. Frag dich also, welche Geschichte du erzählen kannst.

Nehmen wir als Beispiel an, du bist Osteopathin in der Pferdebranche. Du könntest aus deinem Alltag eine Geschichte machen und dein Publikum bei der Planung deiner Touren und auf diese mitnehmen. Du kannst aber auch die Geschichten der Pferde erzählen, die du über einen längeren begleitest. Du kannst zeigen, wie sich deine Behandlung auswirkt, wer an der Erfolgsgeschichte mitarbeitet (andere Therapeuten, Besitzer…). Und wenn du selbst nicht zu sehr in die Sichtbarkeit möchtest, hast du vielleicht eine Auszubildende/Praktikantin, deren Geschichte du erzählen kannst. Überlege dir, wie du potentielle Kunden mit diesen Geschichten einbeziehen kannst um ihnen zu zeigen, wie du ihnen und ihrem Pferd helfen könntest. Geschichten aus dem Alltag machen euch greifbarer und nahbarer für Andere und heben euch von eurer Konkurrenz ab und erleichtert es Interessenten, euch wirklich anzusprechen. Bleibe dabei aber immer authentisch, denn: „Geschichten sind keine Märchen“.

Storytelling für die ganze Branche und verschiedene Kanäle

Das Prinzip des Storytellings eignet sich aber auch für viele andere Dienstleister. Auch als Stallbetreiber kannst du dein Angebot in eine Geschichte verpacken und Interessenten mit dieser vielleicht einen Blick hinter die Kulissen geben, der eine Standardstallführung übersteigt. Wenn du selbst ein Produkt entwickelt hast, dass du bewerben möchtest, kannst du auch hier mit Erfolgsgeschichten arbeiten, um den Mehrwert deutlicher und greifbarer zu machen.

Für das Storytelling bieten sich neben den derzeit sehr erfolgreichen Instagram Reels und Stories aber auch andere Formate an. Vielleicht fällt es dir noch leichter, eine Geschichte zu einem entsprechenden Foto aufzuschreiben und sie auch auf deiner Webseite oder einem Flyer zu nutzen. Aber auch ein Podcast kann eine Geschichte erzählen. Schau, welche Möglichkeiten du hast und wie viel Aufwand du für das Storytelling betreiben kannst und willst.

Tipps von Kristina:

1. Trau dich, in die Sichtbarkeit zu kommen. Storytelling macht dich menschlich – und das ist vollkommen in Ordnung und wichtig.

2. Sei nicht zu verkopft. Du musst nicht stundenlang an der Geschichte schreiben, die du erzählen möchtest. Als Übung empfiehlt Kristina, sich einmal 10 Minuten lang Zeit zu nehmen, über deine bisherige Berufslaufbahn oder deinen letzten Tag nachzudenken und die wichtigsten Stationen stichpunktartig aufzuschreiben. Danach suchst du passend zu diesen Stichpunkten einen roten Faden – gibt es Etwas, das sich gut zu einer Geschichte machen lässt? Wie würdest du diese Stichpunkte ganz kurz auf das Wesentliche zusammenfassen?

3Du bist kein Romanautor. Und deine Geschichte muss kein Roman werden. Deshalb nutze die Worte, die du auch wählen würdest, wenn du deine Geschichte einer Freundin erzählen würdest.