Gerade in der Pferdewelt ist von Toleranz oft nicht viel zu spüren. „Nur meine Reitweise ist richtig“ oder „nur so wird das gemacht, alles andere ist falsch“ sind häufige Aussagen. Egal was wir machen, werden wir gerne in eine gewisse Ecke gestellt. Doch von genau diesem Schubladendenken möchten wir eigentlich weg.

Viele von uns trauen sich kaum mehr Kritik zu äußern, da dies direkt als „Hate“ oder „Shitstorm“ aufgenommen werden könnte. Heute möchte ich gerne meine Gedanken zu diesem Thema teilen und freue mich sehr auf deine Meinung dazu.

Wo ist die Grenze zwischen Akzeptanz/Freiheit und Feedback/Anregungen geben?

Ich selbst erwische mich immer wieder in einer derartigen Situation: Ich sehe privat oder geschäftlich Dinge und wüsste es eigentlich nach meinem Verständnis besser. Ich könnte gut erklären, warum das gerade falsch ist. Aber ich sage es in diesem Moment nicht, da ich ja nicht den Oberlehrer spielen möchte.

Diese Unsicherheit ist anstrengend. Einerseits möchte ich jeden sein Leben leben lassen, gleichzeitig will ich aber auch teilen, was ich dazu eben loswerden möchte. Auch auf Social Media ist Kritik sehr schwer. Selbst konstruktive, freundliche Kommentare werden stark kritisiert und als Angriff gesehen.

Es herrscht zwar Meinungsfreiheit, doch kaum jemand ist mehr offen für die Meinung anderer. Viele fühlen sich sofort angegriffen. Daher frage ich mich, wo die Grenze ist. Ich persönlich finde es gut, konstruktive, freundliche Kritik zu bekommen. Aber teilweise werde ich auch zu Unrecht kritisiert, womit wir ebenfalls klarkommen müssen. Ein Beispiel dazu findest du gerne in der zugehörigen Podcast-Episode (verlinken).

Wie äußern wir Kritik und wie nehmen wir Informationen auf?

Wir alle sollten das mehr hinterfragen und uns Gedanken darüber machen. Jeder von uns wird auch mal kritisiert. Also sollten wir überlegen, wie wir damit umgehen oder anderen wertvolle und konstruktive Kritik zu geben, um zu helfen. Dabei sollten wir natürlich keine unangenehmen Klugsch*** sein, sondern auf Augenhöhe kommunizieren.

Merke dir einfach, dass es kein „perfekt“ gibt, sondern viele unterschiedliche Denkansätze. Du kannst gar nicht alles richtig machen. Also egal was du (in normalem Ton) veröffentlichst oder sagst, habe keine Angst davor. Wenn keiner mehr Kritik äußert oder annimmt, haben wir ja gar keinen Austausch mehr. Ich persönlich wünsche mir mehr spannende Diskussionen mit konstruktivem Meinungsaustausch.

Wie gehst du bisher damit um? Gibst du konstruktive Kritik? Oder traust du dich kaum, deine Meinung zu äußern?

Das würde mich wirklich sehr interessieren. Schreib mir gerne eine E-Mail oder eine Nachricht auf Instagram.