Übersicht zu den verschiedenen Versicherungen und zur Geldanlage

Krankenversicherung – private vs. gesetzliche

Einer der größten Kostenfaktoren in der Selbstständigkeit ist die Krankenversicherung. Diese gehört zu den Sozialversicherungen. Wenn du angestellt bist, geht ein Teil deines Bruttolohns direkt an die gesetzliche Krankenversicherung, über die du dann abgesichert bist. Sobald du dich selbstständig machst, hast du die Wahl: Willst du das weiter im gesetzlichen, sozialen System lassen oder willst du dich privat versichern?

In der gesetzlichen Krankenversicherung kommen rund 15 % deines Einkommens an Beiträgen auf dich zu. Dazu kommen 3 % Pflegeversicherung. Dort ist dann eben das normale Leistungsspektrum der gesetzl. Krankenversicherungen abgedeckt.

Bei der privaten Krankenversicherung hast du einen festen monatlichen Beitrag, der sich danach richtet, welche Leistungen du abgesichert haben möchtest. Außerdem sind die Beiträge auch davon abhängig, wie alt (oder jung) und wie gesund du gerade bist.

Die Entscheidung für die Krankenversicherung sollte aber nicht nur kostenbasiert, sondern auch nach Leistungstiefe gefällt werden.

Zusatzversicherungen

Eine Krankentagegeldversicherung bezahlt deinen Verdienstausfall, wenn du krank bist und daher dein Einkommen ausbleibt. Als Angestellter hast du das Glück, dass dein Arbeitgeber erst einmal eine gewisse Zeit deinen Lohn weiterzahlt. Als Selbstständiger hast du diesen Vorteil nur, wenn du diesen Fall selbst absicherst.

Die Unfallversicherung wiederum kommt für Kosten auf, die in Folge eines Unfalls entstehen. Sitzt du beispielsweise nach einem Unfall mit Pferd im Rollstuhl und deine medizinische Versorgung ist soweit abgeschlossen, können Kosten wie für den Umbau deines Hauses oder deines Autos anfallen.

Berufsunfähigkeitsabsicherung

Sollte es dich so erwischt haben, dass du deinen Beruf auf unbestimmte Zeit nicht mehr ausüben kannst, greift eine BU (= Berunfsunfähigkeitsversicherung). Dies ist nicht nur der Fall, wenn dir am Pferd etwas passiert ist, sondern eben auch in Fällen wie Krebserkrankungen, Burnout oder Depressionen. Eine BU kommt dann dafür auf, dein fehlendes Einkommen zu ersetzen. Gerade letztere sind derzeit die häufigsten Fälle in Deutschland, gefolgt von Krankheiten, die den Rücken betreffen (sowas wie Bandscheibenvorfälle etc.). An dieser Stelle ein Wink mit dem Zaunpfahl für euch Hufbearbeiter, Physios und Osteos…

Absicherung für den Streitfall

Bisher ging es ja um die Versicherungen rund um deine Gesundheit und den Krankheitsfall (den ich dir natürlich nicht wünsche). Als Unternehmer solltest du allerdings auch den Streitfall mit Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern, sowie Angestellten abgesichert haben.

Berufshaftpflicht vs. Betriebshaftpflicht

Klingt ähnlich, ist aber etwas anderes.

Schadest du jemandem, kannst du von jemanden verklagt werden – heute und auch bis in die Zukunft hinein. Hast du also einen großen Schaden verursacht, haftest du auch mit deinem zukünftigen Vermögen. Dafür haben wir ja in der Regel eine Privathaftpflichtversicherung.

Eine Berufshaftpflicht sichert Schäden ab, die aus deiner beruflichen Tätigkeit heraus entstehen. Wenn du also beispielsweise einen Behandlungsfehler zu verantworten hast und ein Pferd dadurch Schaden nimmt, würde eine Berufshaftpflicht greifen.

Entsteht durch deinen Betrieb ein Schaden – zum Beispiel, weil du auf dem Betriebsgelände bei Glatteis nicht getreut hast – greift eine Betriebshaftpflicht.

Rechtsschutzversicherung

Ist die Schuldfrage in einem Schadensfall nicht geklärt oder aber es entsteht ein Rechtsstreit, dann kann eine Rechtsschutzversicherung dir den A* retten. Anwälte sind teuer. Und Gerichtsprozesse erst recht. Eine Rechtsschutzversicherung kannst du oft modular nach deinen Bedürfnissen zusammenstellen. So ist beispielsweise eine Arbeitsrechtsschutzversicherung sehr sinnvoll, wenn du Angestellte hast. So oder so hast du auch (je nach Absicherung) einen Anwalt, den du bei Rechtsfragen konsultieren kannst.

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Möglichkeiten der Geldanlage als Altersvorsorge

Wenn du in deiner Selbstständigkeit ausreichend erwirtschaftest, um zuerst einmal alle aktuellen, laufenden Kosten zu decken, ist das nächste, worüber du dir Gedanken machen solltest, dein Vermögensaufbau. Zu allererst geht es aber darum, dass du den Start ins Business gewuppt bekommst. Denn nur, wenn dein Business gut läuft, kannst du hintenraus investieren. In den ersten Jahren der Selbstständigkeit (1-2 Jahre, KEINE 10 Jahre!) solltest du primär deine laufenden Kosten decken und genug Puffer für Steuern haben.

DANN geht es an den Vermögensaufbau. Denk dran: So ungefähr die Hälfte deines Nettoeinkommens geht für Steuern und Versicherungen drauf. Die gilt es erstmal zu zahlen, dann kommt der Rest.

Bei Altersvorsorge und Vermögensaufbau solltest du dann dein Risiko streuen und *HAH Reiterwitz* nicht nur auf ein Pferd setzen.

Altersvorsorge – gesetzlich vs. privat

Die gesetzliche Rentenversicherung kostet dich – und an dieser Stelle bitte kurz festhalten – knackige 18,6 % deines Einkommens. Das ist auch eine der sozialen Absicherungen in Deutschland. Als Existenzgründer kannst du dich davon befreien lassen (bis zu 3 Jahre) und dann zu späterem Zeitpunkt weiterzahlen. Oder du lässt es ganz sein, denn die gesetzliche Rentenversicherung ist keine Pflichtversicherung (im Gegensatz zur Krankenversicherung).

Aktien & Dividenden

Steckst du dein Geld in Aktien, Fonds und/oder ETFs kann sich dein Geld vermehren ohne, dass du viel dafür tust. Durch die Kursentwicklungen des Kapitalmarkts kannst du so den Wert deiner Anleihen steigern . Natürlich hast du hier ein gewisses Risiko, wobei es auch risikoarme Anlagevarianten gibt, die dann jedoch weniger Rendite einbringen. Das ist ein Thema für eine weitere Episode!

Mieteinnahmen

Gehört dir ein Haus oder eine Wohnung, die durch andere Personen genutzt werden, erwirtschaftest du Mieteinnahmen. Ein Haus, dass du selbst bewohnst, gilt nicht wirklich als Altersvorsorge, da es dir ja kein Geld erwirtschaftet, aber sehr wohl laufend Kosten verursacht.

Gregors Tipp

Such dir einen Berater, am besten einen freien Makler, der dich bei der Auswahl von Versicherungen und auch bei der Geldanlage unterstützt.

Mehr Details kannst du in der Podcastfolge hören.